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Domenica, 19 Novembre 2017

Tourismus

1. Einführung


Dem Mythos nach entstandFondi an dem Ort, an dem Herkules, Halbgott und Sohn Jupiters, den fürchterlichen und von Vulkanus gezeugten Räuber Cacus schlug, da dieser ihm Rinder gestohlen hatte, mit denen er auf der Reise war. Um den Sieg des Helden und die Befreiung von der Bedrohung Cacos zu feiern, erschufen die Aurunker, ein Volk von tüchtigen Feldarbeitern, einen Tempel, um den herum sie dann eine Siedlung errichteten und die Grenze ihres Bodens festlegten. Das lateinische Wort für Boden oder Grund ist ‚fundus‘, im Plural ‚fundi‘, heute Fondi. Der Stadtkern von Fondi liegt in der gleichnamigen Ebene auf dem halben Weg von Rom nach Neapel, am Fuße der Aurunker und Ausonischen Berge, die sie zu drei Seiten umschließt und die sich somit lediglich zum Tyrrhenischen Meer hin öffnet. Die angrenzende Hügelkette, mit den höchsten Bergen Monte delle Fate und Monte Calvilli, speisen die reichen Grundwasserbestände der Ebene. Dieser Wasserreichtum spiegelt sich auch in der Präsenz von über zwanzig Quellen und drei Seen: Der Lago di Fondi (ein Naturdenkmal, das heute zum regionalen Naturschutzgebiet des Parco Regionale die Monti Ausoni e Lago di Fondi gehört), der Lago Lungo und der Lago San Puoto. In vorrömischer Zeit war das Gebiet um Fondi von den Aurunkern und später von den Volskern besiedelt. Von „Fundi“ spricht man schon im Jahr 338 vor Chr. zur Zeit des latinischen Krieges. In folgender Zeit erlangte sie das eingeschränkte römische Bürgerrecht, um dann 188 v. Chr. das vollständige Bürgerrecht zu erhalten. Fondi findet Erwähnungin antiken Quellen auch aufgrund seiner wichtigen Weinproduktion.Im Besonderen wird der kostbare Cecubo erwähnt, ein weißer Likörwein, über den schon Horaz und Martial in ihrer Dichtung schwärmten und den Plinius der Ältere als einen der besten Weine seiner Zeit beurteilte. Der Aufbau des antiken Stadtzentrums folgt der klassischen römischen Stadtanlage mit zwei rechtwinklig verlaufenden Hauptachsen (Cardo und Decumanus), eingeschlossen in einer viereckigen Ringmauer, die mit den römischen Bautechniken opuspoligonalis und opusincertum erschaffen wurde. Heute sind noch große Teile dieser Mauer erhalten, in die in späterer Zeit Türme eingefügt wurden. In Übereinstimmung mit der Decumanus-Achse verläuft die Via Appia durch die Stadt, im Norden führt sie weiter nach Terracina, im Süden nach Itri. Auf dem antiken Forum liegt heute die Piazza della Repubblica, wo sich die Kirche Santa Maria befindet. Die Bedeutsamkeit Fondis wurde in der Antike auch durch den 312 v.Chr. begonnen Bau der Via Appia geprägt. Seine Funktion als Garnison an den Grenzen des römischen Territoriums war auch im Mittelalter wieder von Wichtigkeit, als die Stadt dem kirchlichen Besitz und dem Herzogtum vonGaeta zugeordnet wurde: Die südpontinischeGegend spielte zu jener Zeit eine besondere Rolle in der Beziehung zwischen Kirchenstaat und dem Königreich Neapel (zu der sie gehörte). Die Grafschaft von Fondi war anfangs im Besitz der normannisch-stämmigen Familie Dell’Aquila und später der Caetani (1299), die es über zwei Jahrhunderte hinweg zum Zentrum ihrer Herrschaft und zum Sitz eines bedeutsamen künstlerischen Schaffens machten. 1378 vereinte Onorato I. Caetani hier das Konklave, um den Gegenpapst Clemens VII. (amtierender und legitimier Papst war damals Urban VI) zu wählen. Diese Wahl führte zum Abendländischen Schisma. Nachdem sich Fondi im Folgenden unter aragonischer Herrschaft befand, wurde es dann zum Lehensbesitz der Familie Colonna, unter der Fondi eine architektonische, künstlerische und kulturelle Blütezeit erlebte: Besonderen Reichtum brachte der Hof der Giulia Gonzaga, die sich von 1526 bis 1534 hier niederließ. Schließlich regierte dann die Familie di Sangro in Fondi. Giulia Gonzaga regierte die Grafschaft ab 1528, dem Todesjahr ihres Ehemanns Vespasiano Colonna, und umgab sich mit Gelehrten, Künstlern und Dichtern. Sie floh aus der Stadt als Piraten dertürkischen Flotte unter dem Befehl des Kapitäns Khair ad-Din, auch Barbarossa genannt, die Stadt überfielen. Der Legende nach, soll er versucht haben sie zu entführen, um sie dem Sultan Süleyman „dem Prächtigen“als Geschenk mitzubringen.


2. CASTELLO CAETANI imposant


Das Castello Caetani ist aufgrund seiner Stattlichkeit und seinem gut erhaltenen Zustand ein wirklich bemerkenswertes Bauwerk und heute das Wahrzeichen der Stadt. Es ist eines der seltenen Beispiele in Europa für eine in einer Ebene gebaute Festung. Mit einer Höhe von 33 Metern dominiert es die ganze Ebene, die man von seiner großen Terrasse aus überschauen kann. Es besteht zum einen aus einem prachtvollen Hauptturm oder runden Wachturm (er wurde erst zum Wachturm erhöht und dann zum Wehrturm umgebaut), der akkurat in Quadermauerwerk erbaut wurde. Mit einem vorspringenden Zinnkranz versehen, erhebt er sich über einem viereckigen Grundbau, dessen Grundfläche aus großen rechteckigen Steinblöcken besteht. Zum anderen hat es eine Befestigung mit weiteren zylinderförmigen Türmen an den Ecken, die aus unregelmäßigem Mauerwerk erschaffen wurden. Sie sind durch Zinnkränze mit sogenannten „Maschikuli“ versehen, die die Verteidiger schützten und ihnen erlaubten Geschosse oder Gegenstände jeglicher Art zur Verteidigung vertikal gegen die Angreifer abzuwerfen. Die Errichtung der Burg ist auf das Jahr 1319 zurückzuführen, als Roffredo III. Caetani, den Neubau des Mauerrings der Stadt vornahm, da er hier das Zentrum seiner Herrschaft erschaffen wollte. Im gleichen Zusammenhang wurde auch der Palazzo Caetani erbaut, der als eleganter Wohnsitz genutzt wurde und mit der Burg direkt über eine Holzbrücke verbunden war. Die Familie Caetani spielte eine wichtige Rolle in der Stadt. Wie schon gesagt, wurde 1378 unter der Protektion von Onorato I. Caetani der Gegenpapst Clemens VII. in Fondi gewählt (Abendländisches Schisma). 1504 ging das Herzogtum zuerst an die Familie Colonna und dann an die Familie Gonzaga. Von Bedeutsamkeit ist die Figur der Herzogin Giulia Gonzaga (von Ariost in seinem Werk der „Rasende Roland“ besungen), Witwe von Vespasiano Colonna, Herzog von Fondi, die ihren Palast zu einem wichtigen kulturellen Treffpunkt machte. Dies ging so weit, dass Fondi in der Renaissance „kleines Athen“ genannt wurde. Der Ruhm ihrer Schönheit gelangte bis zu dem sarazenischen Freibeuter Khair ad-Din „Barbarossa“, der ihre Entführung plante, um sie dann dem Sultan Süleyman als Geschenk zu unterbreiten. Die Legende erzählt, dass Giulia, die rechtzeitig gewarnt wurde, sich in den Keller der Burg geflüchtet hätte.


3. STADTMUSEUM


Das im Juli 1997 eingeweihte Stadtmuseum befindet sich im Erdgeschoss der Burg und teilt sich in zwei Bereiche auf: den römisch-epigraphischen und den mittelalterlichen und modernen. Im ersten Bereich können wir verschiedenartigearchäologische Fundstücke finden, wie architektonische Fragmente, Inschriften, Meilensäulen, Urnen oder Reliefs monumentaler Begräbnisstätten. Im zweiten Bereich ist neben den Wappenschildern der Häuser dell’Aquila, Caetani und Colonna, die über Jahrhunderte hinweg die Geschichte der Stadt bestimmt haben, ein raffiniertes Relief aus Alabaster zu sehen. Es stammt von Domenico Gagini, Vater der berühmten Brüder Giovanni und Antonello, und stellt die „Jungfrau mit Kind“ (1458) dar. Zahlreich sind die Fundstücke historischen und künstlerischen Interesses, die zu verschiedenen Zeitpunkten nach Fondi zurückgekommen sind: Eine bemerkenswerte kolossale Büste Augustus mit stark idealisierten Zügen (1936 wiedergefunden und heute im Nationalmuseum in Neapel aufbewahrt); eine jugendliche Büste von Caesar Augustus (2005 wiedergefunden und vorrübergehend vom Nationalen Archäologischen Museum in Sperlonga aufbewahrt); das Abbild eines Mannes,von dem man vermutet, dass es Julius Caesars sei; die Statue eines römischen Mädchens im Gewand der Diana; einige männliche Torsos; der Kopf eines Ziegenbocks; verschiedene Marmore, u.a. auch ein rundes Ar, ein marmorne Brunneneinfassung, eine Urne und eine gewisse Zahl an architektonischen Blöcken (mit einer Länge von insgesamt 10 Metern), die von einem monumentalen marmornen Architrav stammen und mit einem feinen Fries aus gewindeten Akantusblüten und kleinen Palmen geschmückt sind.


4. PALAZZO CAETANI


Der Palazzo Caetani, auch Palazzo del Principe genannt, ist ein bemerkenswertes Beispiel mediterraner Renaissancearchitektur. Wie man unschwer am Namen erkennen kann, befand sich hier der Wohnsitz der Feudalherren: Der Familie Caetani und dann der Familie Colonna-Gonzaga. Eventuell wurde sein Bau, sowie auch der Bau des Castellos, schon während der ersten richtigen Herrschaft über die Stadt durch die Familie Dell’Aquila, begonnen. Ihr ist es nämlich zu verdanken, dass Fondi nach den Jahr 1000 anfing einer richtigen Stadt zu gleichen und in der Umgebung eine wichtige politische und wirtschaftliche Rolle einnahm. Die Caetani folgten dann dem Stadtentwurf der Familie Dell’Aquila bis dahin, dass sie die Stadt durch Monumente und Kunstwerke glänzen ließen. Dank der kulturellen Blüte, die die Stadt unter der Regierung Giulia Gonzagas erlebte, konnte sich Fondi auch damit rühmen „Kleines Athen Italiens“ genannt zu werden. Der teilweise restaurierte Palazzo weißt verschiedene architektonische Elemente auf: Eine Tür im Stil der Familie Anjou (man kann verschiedene weitere Beispiele dieses Stils auch in der Stadt und im mittelalterlichen Viertel von Gaeta sehen), eine spitzbogige Loggia im ersten Stock (es befindet sich eine weitere Loggia im zweiten Stock), zu der man von einem malerischen Innenhof über eine Außentreppe gelangt. Der charakteristischste Teil der Residenz besteht aus der phantasiereichen Verzierung eleganter einbogiger und zweibogiger Fenster (leider wurden sie teilweise im Zuge des Zweiten Weltkrieges beschädigt), von denen zwei zum Innenhof und zwei nach außen zeigen. Im oberen Teil der Fenster befindet sich ein durchbohrter und mit Maßwerk geschmückter Strebebogen aus weichem Stein, der einer kostbaren Stickarbeit ähnelt. Als Onorato II. nach dem Einfall der Anjou (1464) bemerkenswerten Reichtum und Macht erlangte, war es sein Wunsch, die Residenz seinem neuen Status entsprechend umzugestalten. Dazu berief er fremde Meister und Künstler aus Neapel oder Gaeta nach Fondi. Man schreibt insbesondere dem Katalanen Matteo Forcimanya die neue Eleganz der Linien und Ornamente zu. Der Palazzo gilt als großartiges Beispiel italienisch-katalanischer Kunst, die auch an anderen Gebäuden in Gaeta, Sessa, Carinola und Capua wiederzufinden ist. Der Zeitraum der Neugestaltung kann sehr genau auf 1466-1477 festgelegt werden. Ferrante I. gestattete 1466 dem Grafen von Fondi das Privileg den Namen und das Wappen des Hauses der Aragonier zu tragen. Die Wappenschilder der Caetani wurden somit gemeinsam mit denen der Aragonier über den Kaminen und Gewölberosen abgebildet Das Gebäude war Teil der befestigten Ringmauer, von der noch heute Abschnitte auf der Umgehungsstraße zu sehen sind. Wahrscheinlich wurde es auf den Fundamenten der antiken Mauern auf dem Gebiet zwischen dem Mauerring um das Castello und der Kirche S.Pietro erbaut. Festung und Palast waren durch einen Bogen miteinander vereint, der auch das Stadttor Richtung Neapel bildete. Desweiteren scheint es einenÜbergang über eine kleine Holzbrücke gegeben zu haben. So ist es dank dem von CristoforoScacco gemalten Bild der Verkündigung von 1499 (heute im angrenzenden Dom S.Pietro aufbewahrt) anzunehmen. Der Palazzo muss im Inneren reich an Dekorationen und Fresken gewesen sein. Die katastrophalen Ereignisse im Laufe der Jahrhunderte haben einen großen Teil der künstlerischen Zeugnisse vernichtet. In einigen Räumen sind jedoch noch Überreste der Fresken erhalten, die von großem künstlerischem Wert sind.


5. RÖMISCHE THERMEN


Der thermale Bau wurde 1964 gefunden, als die Trümmer der Kirche San Rocco abgedeckt wurden, die im Zweiten Weltkrieg bei einem Luftangriff beschädigt worden war. Die 1503 errichtete Kirche wurde, nachdem sie in schlechten Zustand geraten war, im 19. Jahrhundert erweitert und restauriert. Im Gebiet um die Kirche wurden von der archäologischen Oberaufsicht der Region Latium Ausgrabungen durchgeführt. In dem römischen Gebäude, das an der heutigen Viale Vittorio Emmanuele liegt, konnten drei Bauphasen festgestellt werden: Vom ersten römischen Kaiserreich (Ende des 1. Jahrhundert v. Chr.) zum 3. Jahrhundert n.Chr., aus dem noch ein Mosaik aus schwarzen und weißen Steinen in situ erhalten geblieben ist. Es wurden ein calidarium (warmes Bad) und ein tepidarium (lauwarmes Bad) gefunden. Aufgrund des engen Raums, auf dem die Ausgrabungen durchgeführt wurden, ist unklar geblieben, ob die aufgedeckte Anlage zu einem echten balneum oder zu einer vorstädtischen Villa gehörte. Trotz allem lassen gerade die engen Räumlichkeiten und die hohe Qualität des Marmors, der aus privaten Steinbrüchen stammt, darauf schließen, dass die Thermen zu einer wichtigen kaiserlichen Villa gehört haben.


6. KIRCHE UND KREUZGANG DES SAN FRANCESCO D’ASSISI


Die Kirche und der angrenzende Konvent des San Francesco in Fondi wurden um 1363 von Onorato I. Caetani an die Stelle eines älteren und bescheideneren Komplexes gebaut, der von den ersten Franziskaner in Fondi gegründet worden war. Der Konvent und die Kirche wurden dann, laut der Inschrift auf dem Architravs des Eingangsportals der Kirche, von dem Grafen Onorato II. Caetani restauriert. Zudem wählte er sie als seine Grabesstätte. Seit 1466 gehört der Gebäudekomplex den Mönchsbrüdern FratiMinoriOsservanti aus der Provinz Neapel. Im „französichen Jahrzehnt“ (1806-1815)gerieht er zum ersten Mal in fremde Hände. Seine Wiedereröffnung 1843 war nicht von langer Dauer: 1866 wurde er erneut geschlossen. Die Mönche kehrten 1881 zurück, blieben aber nur für kurze Zeit. Der gesamte Komplex wurde während des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt. 1960, als die Kirche noch nicht wieder für den Gottesdienst geöffnet war, drehte der italienische Regisseur Vittorio De Sica hier einige Szenen des Films „Und dennoch leben sie“. Cesira und Rosetta, dargestellt von Sophia Loren und Eleonora Brown, erleiden in diesen Szenen Gewalt. Der gleichnamige Roman, dem der Film zugrunde liegt, wurde von Alberto Moravia in den Hügeln von Fondi verfasst, wo er sich während des Zweiten Weltkrieges für einige Monate hin geflüchtet hatte. Heute wird die Kirche des Konvents, die seit 1968 Pfarrkirche ist, von einer religiösen Gemeinschaft genutzt. Neben einer großen Vorhalle mit spitzen Rundbögen, sind es die Innenräume des Klosters und der Kirche, die an das Mittelalters und die Renaissance erinnern. Zu bewundern sind vor allem die Glasfenster, auf denen die Geschichte des Heiligen aus Assisi bildlich nacherzählt wird. Sie wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von dem Mönch P. Giorgio Ascione angefertigt. Die Kirche des San Francesco befindet sich an der Piazza IV Novembre, unweit des historischen Stadtzentrums, das auf der antiken römischen Stadt entstanden ist. Der Klosterkomplex stammt ungefähr aus dem 13. Jahrhundert. Das Innere der Kirche ist durch zwei Schiffe im gotischen Stil mit romanischen Einflüssen geprägt. Zwischen den Grabsteinen, die in der Mauer, die die beiden Schiffe trennt, eingefügt sind, befindet sich ein Flachrelief (3.-4. Jahrhundert n.Chr.), das die „coniuctiodextrarum“ (sie beschreibt den Moment in einer Eheschließung, bei dem sich die Brautläute als Zeichen ewiger Treue die rechte Hand reichen) darstellt, so wie sie nach dem römischen Recht in der Formel „ubi tu Gaius egoGaia“ zusammengefasst wurde. Bemerkenswert ist der moderne Chor, der im Einklang mit der Kirche durch dreizehn spitzbogige Chorstühle erschaffen ist, die an das letzte Abendmahl erinnern. Dem 1946 restaurierten Konvent ist ein großer spitzbogiger Portikus vorangestellt. Das Gebäude umschließt einen hellen spitzbogigen Kreuzgang mit Kreuzgewölbe, das von achteckigen Säulen aus Peperino gestützt wird, die an den oberen Enden Kapitele mit Palmen tragen.


7. RATHAUS UND PIAZZA A. DE GASPERI – FREILUFTTHEATER


Im neuen, 2009 eingeweihten, Rathaus sind die städtischen Verwaltungsbüros zentral zusammengelegt worden. Es befindet sich in der Fußgängerzone, die in einem groß angelegten Projekt die Piazza Unitàd’Italia, die Viale Vittorio Emanuele III., die Piazza IV. Novembre und die Piazza Alcide De Gasperi vereint. Da es einen großen unterirdischen Parkplatz gibt, konnte die Fußgängerzone mit viel Grün ausgestattet werden. Die neue, 2011 fertiggestellte Piazza Alcide De Gasperi fügt sich in das gegebene Stadtbild ein. Das neu realisierte Freilufttheater hat Platz für 2500 Personen und ist von einem Hängegarten mit mediterranen Pflanzen umgeben. Hier befindet sich auch das von Domenico Purificato erschaffene Denkmal der gefallenen Soldaten, dass am 4. November 1970 eingeweiht wurde.


8. KIRCHE SANTA MARIA


Wenn man den Corso Appio Claudio, den DecumanusMaximus (Hauptstraße), also die antike römische Straße mit dem alten Pflaster,entlangläuft, die den Gebäudekomplex der Caetani mit den Foren der Piazza della Repubblica verbindet, gelangt man zur Kirche Santa Maria. Neben dem Castello ist sie wohl der Stadt liebstes Gebäude. Der Grund dafür ist einfach: Sie befindet sich im Herzen des historischen Stadtzentrums, wo sich das Leben der Stadt abspielt. Sie ist nicht nur eines der wichtigsten architektonischen Gebäude Fondis, sondern auch des gesamten pontinischen Raums. Es vor kurzem wurde ihr 500-jähriges Bestehen gefeiert. Onorato II. Caetani wünschte sich diese Kirche unbedingt und ließ sich in der Statue der Lünette am Eingangsportal gemeinsam mit der Heiligen Katharina von Alexandrien und der Madonna mit Kind verewigen. Das zentrale Portal im klassizistischen Stil ist geschmückt mit Türlaibungen und Architrave in weißem Marmor, in die ein zartes Blumenornament und die Wappen der Familie Gaetanid’Aragona gemeißelt sind. Es ist das letzte architektonische Zeugnis einer Grafschaft, die kurz darauf von sarazenischen Piraten überfallen werden, vor allem aber auch durch die Malaria und die Misswirtschaft der Feudalherren zu Grunde gerichtet werden sollte. Die architektonische Stattlichkeit der Struktur wird von einer großen Treppeund einem unechten Podium hervorgehoben. Sie sollen einen Bezug zu den Ursprüngen der Stadt darstellen, als die Tempel auf einem Podium standen und über große Treppen zugänglich waren. Die römische Kultur findet sich beispielhaft in dem Kampanile wieder: Das Fundament des Glockenturms ist ein gleichzeitig ein Schwingbogen, ein typisches Element der römischen Baukunst,der über die Via Onorato II. geht. Aus der Inschrift, die oben links über dem Hauptportal angebracht ist, erfährt man, dass der Tempel der Heiligen Jungfrau Maria gewidmet ist und von dem Grafen FondisOnorato II. Gaetanid’Aragona 1490 gestiftet worden ist. An gleicher Stelle befand sich eine sehr einfache kleine Kirche, die abgerissen wurde, um der großen Stiftskirche mit lateinischem Kreuz und sechs Eingängen (drei Haupteingänge und drei Seiteneingänge) Platz zu machen. Das Innere wird von drei großen Schiffen beherrscht, die durch Säulen und Quadraten aus lokalem Stein getrennt sind. Die Schiffe münden in drei Apsiden, die mit Gesimsen und Rippen aus Peperinogeschmückt sind. An den letzten Säulen erheben sich zu beiden Seiten zwei gleichaussehende Kanzeln, die sehr einfach gehalten, jedoch unglaublich eindrucksvoll sind. Der vollkommen aus Marmorgeschaffene Altar stammt aus dem Jahr 1507. Der Fussboden wurde 1990 durch Pfarrer Giulio Peppe erneuert. In der Vergangenheit gab es im Boden unter der Apsis einen Durchgang zu der darunter liegenden Krypta, in dem der verstorbene Klerus seine letzte Ruhestätte fand. Heute ist dieser Durchgang durch eine rechteckige Marmorplatte verschlossen, auf der die Figur eines Bischofs als Flachrelief eingemeißelt ist. Der Bischof wird mit den liturgischen Gewändern des 15. Jahrhunderts abgebildet, er hält einen Kelch in der Hand und liegt auf dem Sterbebett, sein Kopf auf ein Kissen gestützt. Ein wahrhaftes Meisterwerk ist das Tabernakel im linken Querhaus. Die Kirche Santa Maria bewahrt außerdem eine hoch verehrte hölzerne Statue der Madonna des Himmels aus barocker neapolitanischer Schule auf. Sie wurde 1613 von G.B. Amato aus dem Stamm eines Olivenbaums erschaffen und dann vergoldet. Ihr werden heiligen Kräfte zugeschrieben. Sie wird alle 25 Jahre oder jedoch zu ganz besonderen Anlässen in einer Prozession ausgeführt. In der Stiftskirche sind schließlich verschiedene Meisterwerken zu sehen, die die künstlerische Lebendigkeit der Stadt im Laufe der Jahrhunderte abbilden: Ein Flügelaltar, der zwischen 1460 und 1470 von Giovanni da Gaeta gemalt wurde und Christi Geburt darstellt, sowie eine Pietàdesselben Künstlers, die ungefähraus der gleichen Zeit stammt.


9. DAS BENEDEKTINERINNENKLOSTER


An der heutigen Piazza delle Benedettine befand sich einst ein Gebäudekomplex mit einem Kloster, das von den Nonnen des Benediktinerordens bewohnt wurde. Es wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Von dem großen Gebäudekomplex ist heute nur noch die Vorhalle der ehemaligen Kirche San Sebastiano aus dem Jahre 1140 erhalten. Hier ist das Wappen der Caetanidell’Aquila wiederzufinden. Der Bau des angrenzenden Nonnenklosters wurde im Jahr 1589 begonnen. Zuvor hatten die Benediktinerinnen ihren religiösen Sitz nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt, auf dem Hügel des Monte Vago, gehalten. Als der Orden im 19. Jahrhundertunterdrückt wurde, erhielten die Nonnen die Erlaubnis bis zum Erlöschen ihrer Gemeinschaft, also bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, in dem Kloster zu leben. Mit der Zeit wurde das Gebäude dann einem Kindergarten, einer Schule und als Unterkunft für sozialschwache Familien bereitgestellt. Leider kam es zu einer Folge von Einstürzen, die dazu führte, dass die heruntergekommenen Strukturen des gesamten Gebäudes bis auf den schon genannten Teil der Kirche abgerissen wurden.


10. LA GIUDEA


Über Jahrhunderte hinweg lebte die jüdische Gemeinde, die sich noch vor dem Beginn des Christentums in der Stadt niedergelassen hatte, im Viertel Olmo Perino. Die Tatsache, dass es hier keine Kirchen oder Spuren anderer christlichen Gebäude gibt, bezeugt unter anderem das Bestehen der jüdischen Gemeinde in Fondi seit der Antike. Die jüdische Präsenz wurde in den Jahrhunderten immer respektiert. Da die beiden Gemeinden voll und ganz integriert waren, ist es nirgendwo zu entnehmen, dass es zu Intoleranz oder Verfolgung gekommen sei. Eine wichtige Charakteristik der Behausungen in dem „La Giudea“ genannten Viertel sind die Zugangstreppen der Wohnhäusern: Sie richten sich alle zur Synagoge hin. Das anerkannte religiöse Gebäude ist Ort für Gottesdienste und für die Schule des Professors und Chefrabbiners in Rom Elio Toaffund anderer Gelehrter. Am linken Portal der Synagoge haben sie das eindeutige Zeichen der „mezzuzah“ wiedergefunden: Ein kleines Fach, in der eine Rolle mit Gebeten für das Willkommen im Hause aufbewahrt wurden. Die Synagoge war auch das politische, administrative und kulturelle Zentrum der Gemeinde. Das Viertel lebte ein sehr unabhängiges Leben, jüdische Religion, Tradition, Bräuche und Gewohnheiten wurden beibehalten. Sehr wahrscheinlich waren es die Juden, die als erste im Tal von Fondi Orangen anbauten. Die wohl florierendste Tätigkeit der jüdischen Bewohner war das Handwerk, in erster Linie die Bearbeitung von Stoffen. Textilwerkstätte befanden sich meist im Erdgeschoss und noch heute sind sie im Inneren der kleinen Höfe im Viertel „La Giudia“ wiederzuerkennen. Die in Fondi ansässigen Juden beherrschten jedoch auch das Handwerkder Goldschmiedekunst und eventuell auch das der Typographie. Wahrscheinlich gab es auch schon ein Pfandhaus. So großer materieller und spiritueller Reichtum mag wohl seine Wurzeln in dem gebildeten, prachtvollen und raffinierten Hof der Giulia Gonzaga-Colonna gehabt haben. Beim Überfall durch den Piraten „Barbarossa“ (1534) wurden Häuser, Monumente und Archive zerstört. Die Stadt litt im Folgenden unter der Pest und anderen Epidemien und war kurz darauf fast unbewohnt. In den nächsten Jahrzehnten bevölkerte sich Fondi langsam wieder, die Juden kamen jedoch nicht wieder, um ihre mächtige und ruhmreiche Gemeinde wieder aufzubauen. Der Volksmund erzählt sein einiger Zeit zahlreiche Geschichten über Geister, die in den Räumen des „Geisterhauses“ (der Synagoge) spuken und wo man den Boden knarren, den Wind heulen, nächtliche Schreie und ständige Geräusche hören kann.


11. LA PORTELLA – das Stadttor


Das im Norden der Stadt gelegene Stadttor ist ein Flachbogen, der an beiden Enden von stabilen vertikalen Stützen gehalten wird. Aus zwei Pfosten bestehend und durch horizontal liegende Bussenblöcke in quaderform ohne die Verwendung von Mörtel strukturiert, ist es von zwei viereckigen Türmen umgeben. Dieser Mauerabschnitt stammt aus dem 4.-1. Jahrhundert v.Chr.. Die Stützeninopusincertum haben kleine Bögen und Einbuchtungen. Es ist das einzige der vier zur Zeit des Königreiches von Sillaund innerhalb des castrums erbauten Stadttore, das erhalten geblieben ist. Nachdem es mit der Zeit in einen sehr schlechten Zustand geraten ist, wurde es 2007 restauriert. Eine Inschrift, die ursprünglich auf dem Architrav des römischen Tors zu lesen war, erinnerte an die Erbauung: „Die Bauherren Lucius Nomistronius, Sohn des Lucius, Caius Lucius Decianus, Sohn des Marcus, RunziusMessianus, Sohn des Lucius beaufsichtigen nach Dekret des Senats um den Bau der Mauern, Tore, Türme und prüften diese.“


12. KIRCHE SAN MARTINO


Während der vor Kurzem durchgeführten Renovierung der mittelalterlichen Kirche San Martino wurden Strukturen entdeckt, die höchstwahrscheinlich aus dem 8. Jahrhundert stammen und das Peristyl eines römischen domus bilden, das im östlichen Teil des historischen Stadtzentrums liegt. Auf dem Boden befindet sich ein Mosaik aus kleinen schwarzen Steinen und kleinen polychromen Marmorstücken. Es ist von zwei weißen und einem schwarzen Band umsäumt. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammt das Mosaik aus den ersten beiden Jahrzehnten des 1. Jahrhunderts n. Chr.. Zur Zeit des römischen Kaiserreichs wurde das Niveau des Fußbodens erhöht, um ein Peristyl mit vier überdachten Säulengängen um einen Innenhof zu bauen, auf dem später noch das Becken eines Brunnens Platz fand. Im Inneren der Räume wurde ein sorgfältig angelegtes Abwassersystem mit Kanälen für sauberes sowie verbrauchtes Wasser gefunden. Es ist wahrscheinlich, dass das Peristyl noch zur Zeit Augustus bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. bestehen geblieben ist. Zwischen den Fundstücken der Ausgrabungen befindet dich ein korinthisches Kapitell, eine Tonstirnziegel mit dem Haupt einesGorgonen, mit der das Dach gedeckt war, ein Teil einer weiblichen Statue aus lunenser Marmor, eine auf einer kleinen Marmorsäule befindliche Vase, aus der das Brunnenwasser kam, das Fragment einer Inschrift, linsenförmige Glas-und Spielsteine in schwarz und weiß, die zur römischen Zeit in verschiedenen Spielen verwendet wurden.


13. VILLA CANTARANO


Der aus Fondi stammende Camillo Cantarano (1875-1961) war Magistrat und Senator im Königreich Italiens. Die Bedeutsamkeit seines Wohnsitzes liegt weniger im architektonischen Bau der säkularen Geschichte, sondern vielmehr in seinem Garten, in dem noch ein fast intakter Teil der Ringmauer erhalten geblieben ist. Er besteht aus zwei Teilen, die sich aufgrund der chronologischen Einordnung sowie ihrer Bautechnik voneinander unterscheiden. Die erste, die Stadt umgrenzende und umschließende polygonale Befestigung wurde wahrscheinlich kurz nach 338 v.Chr. erbaut, als Fundi, nachdem es dem römischen Heer erlaubt hatte das eigene Gebiet während des latinischen Krieges zu durchqueren, das römische Bürgerrecht erhielt, allerdings ohne Stimmrecht und somit ohne aktive oder passive politische Rechte. Die Mauern wurden zum Symbol der veränderten politischen Situation und standen für den Willen der Gemeinde sich an den neuen Status zu gewöhnen. Der erste Abschnitt, der von der Ecke des Turmes aus, im Garten zu sehen ist, ist polygonal angelegt. Der mit rechteckigen Türmen versehene Ring war dazu bestimmt die Stadt über ungefähr zwei Jahrhunderte hinweg zu umschließen und zu umgrenzen. 188 v.Chr. kam es zu einem historischen Moment, der das politische Leben und die institutionelle Entwicklung positiv beeinflusst hat: Rom erteilt Fondi das Wahlrecht aufgrund der im Hannibalianischen Krieg bewiesene Loyalität. Mit der Erteilung des Wahlrechtes wurdeFondi eine gänzlich römische Stadt, eine Gemeinde des civesoptimoiure, durch die Familie der Aemilia vertreten. Man kann also die Restaurierung und Verstärkung der ursprünglichen Stadtmauer auf diesen Zeitpunkt datieren. Sie war im Laufe der Zeit durch Zusammenstöße, Plünderungen und feindliche Angriffe eingestürzt. Aus den Inschriften, die den Entstehungsprozess der Mauer bezeugen, wird deutlich, dass in dem von den Bauherren (hierbei handelte es sich um die Magistrate der Stadt) aufgestellten Plan, auch runde Türme und der Bau neuer Tore vorgesehen waren. Obwohl die äußere Verkleidung an verschiedenen Stellen der Mauer abgefallen ist, kann man noch die glatte und sorgfältig bearbeitete Oberfläche erkennen. An manchen Abschnitten kann man sogar von retikuläremMauerwerk sprechen. An der südlichen Ecke befindet sich ein 4,5 Meter hoher runder Turm. Hier ist noch ein Teil der römischen Konstruktion zu sehen, die im Mittelalter erhöht wurde und erst vor kurzem restauriert wurde. An dem oberen, mittelalterlichen Teil gibt es lange und enge Schießscharten, aus denen man die feindlichen Bewegungen in verschiedenen Richtungen beobachten konnte. Vor dem Turm wird die mittelalterliche Bastion aufbewahrt, zudem ist ein Teil des mittelalterlichen Mauerrings zu erkennen, der circa 5,4 Meter von der römischen Mauer entfernt erbaut wurde.


14. EHEMALIGE KIRCHE SAN BARTOLOMEO


Aus der Porta Roma hinausgehend, gleich hinter dem castrum, liegen die Reste einer antiken Kirche, die der Jungfrau Maria geweiht war und dann dem Heiligen Bartholomäus gewidmet wurde. Sie wurde kurz vor dem Jahr 1363 erbaut, wie es aus dem Testament von Onoratio I. Caetani hervorgeht. Vor dem Eingang zur Kirche gab es einen Portikus, der in Folge der Bombardierung im Jahr 1943 eingestürzt ist. Zwei der Säulen sind noch vorhanden. Inder rechten Säulen ist eine Inschrift zu lesen, die an den Bau 1427 erinnert. Scheinbar gab es neben der Kirche ein Waisenhaus für Mädchen und ein Krankenhaus. An der linken Wand ist noch heute ein großartiges Gemälde erhalten, dass den Brand von Fondi und die Flucht der Giulia Gonzaga darstellt. Die Kirche wurde für Gottesdienste geschlossen und beherbergte einen Heuschober. In der Nacht des 6. Oktobers 1871 wurde sie durch einen Brand zerstört. Heute sind von dem religiösen Gebäude noch ein Radfenster und ein Zwillingsfenster auf der Rückseite, am Ende der Apsis, erhalten. Es befindet sich in privatem Besitz und beherbergt Wohnungen sowie Gewerberäume.


15. ZYKLOPENMAUER


Die polygonale Ringmauer von Fondi ist das wohl charakteristischste antike Bauwerk der Stadt.In einem großem Abschnitt des Mauerwerks fehlt die Gleichmäßigkeit in der Anordnung der Blöcke in horizontalen Reihen. Dennoch ist die Sorgfältigkeit ihres Baus zu erkennen. Die Oberflächen der Blöcke sind geschliffen, es gibt zwischen ihnen keine aufgeschütteten Leerstellen. Der Mauerring Fondis ist bis heute in seiner antiken Form erhalten geblieben, auch wenn die Stadt bis ins Mittelalter hinein mehrmals in Brand gesetzt, verlassen und wiederaufgebaut wurde. In der Zeit des Königreiches von Silla kam es zu einer partiellen Restaurierung der Tore, Türme und Mauern, wie aus Inschriften im Mauerwerk hervorgeht. In ihrem Bauwerk kann man die verschiedenen Epochen und damit einhergehenden Errungenschaften der Baukunst erkennen. In der ersten Konstruktion, der Zyklopenmauer, von der noch bemerkenswerte Teile übrig geblieben sind, z.B. die Via degliOsci , Via Latini und Via della Portella entlang. Sie umfasste einst die ursprüngliche Siedlung und war aus großen aufeinander gestapelten Steinblöcken erschaffen worden, die ohne Mörtel und nur dank ihres enormen Gewichts sehr stabil zusammenhielten. Es gibt Stimmen, die diese Mauer auf 800-700 v.Chr. datieren. Aus einer zweiten Bauphase ist ein polygonales Werk erhalten, dessen Blöcke mindestens fünf Seiten haben und sich ineinander verhaken. Sie bilden damit eine Art Gitter aus Stein, das schwer anzugreifen war (ein Beispiel hierfür ist in der Via Marconi zu sehen). Auch in diesem Fall wurde beim Bau kein Mörtel verwendet. Die Bauart lässt darauf schließen, dass diese Mauer aus der Zeit vor dem 4. Jahrhundert v.Chr. stammt. Die dritte Bauphase ist durch die Verwendung von Mörtel gekennzeichnet, der aus dem Mittleren Osten ungefähr im 3. Jahrhundert v.Chr. nach Italien kam. Durch die Verwendung von Mörtel gelangte man zu dem großen Fortschritt, dass man mit ihm auch kleinere Steinblöcke durch einen einzelnen Arbeiter zu einer Mauer enormer Dimensionen zusammensetzten konnte. Dazu war die Mauer nun auch noch viel resistenter als ihre Vorgängerinnen. Durch den Mörtel brauchte man keine Zyklopenblöcke, die nur mühsam durch das Anpacken vieler Hände und die Hilfe von Kränen konstruiert werden konnten. Ein einzelner Arbeiter konnte sich die nötigen Werkzeuge beschaffen und imposante Gebäude errichten. Mit dem Mörtel konnte das Bauhandwerk Ergebnisse erlangen, die nur noch in unserer heutigen Zeit durch den Einsatz von Stahlbeton zu übertreffen sind. Diese dritte Bauphase ist in ihrer vollen Pracht an der östlichen Seite des Mauerrings, in der Via Regina Margherita und der Via Giulia Gonzaga zu bewundern.Opus incertum und das reticulatumprägen die fortschrittlichste Bauphase. Sie haben keine Einschränkungen in der Höhe oder Breite. Das Innere der Mauer ist mit Mörtel und überbleibende Steinstücke aus der Bearbeitung der Blöcke gefüllt und zeichnet sich durch außergewöhnliche Standfestigkeit aus.


16. AUDITORIUM UND KLOSTER DES SAN DOMENICO


Das Kloster mit der anliegenden Kirche wurde laut der Überlieferung 1215 dem Patriarchen San Domenico von den Benediktinern als Geschenk dargereicht. Es ist nichts Genaueres aus der sehr weit zurückliegenden Zeit seiner Entstehung bekannt. Man weiß jedoch, dass Kloaster und Kirche durch den Grafen Ruggiero dell’Aquila restauriert wurden und dass der Graf Onorato II. Caetani sie auf dem alten Mauern wiederaufbaute und dabei auch eine Erweiterung vornahm. Eine Tafel zur Rechten des Eingangs gibt darüber Auskunft, dass Giulio Camponesco, ein junger Krieger aus Fondi, der unter Prospero Colonna kämpfte und ein Kampfgenosse von Ettore Fieramosca war, hier beerdigt ist. Neben dem Konvent des Heiligen Dominikus in Neapel, ist der in Fondi der älteste in dem Gebiet des ehemaligen neapolitanischen Königreiches. Der Abt hatte das Stimmrecht bei der Wahl des Generals mit Ehren auf provinzieller Ebene. Der religiöse Gebäudekomplex beherbergte für lange Zeit den Heiligen Thomas von Aquin, der hier das Amt des Lektors ausübte. Auch Papst Benedikt XIII. ehrte es mit seiner Präsenz als er 1727 auf dem Weg nach Benevent war, um seinen ehemaligen erzbischöflichen Sitz zu besuchen. Der Papst, der am 26. März von Rom aus losgezogen war, ließ ab Terracina die heiligen Sakramente ihm bis zur Grenze ihm vorangehen. Hier empfing ihn der Kardinal Abbattitiano, Vizekönig von Neapel, zusammen mit dem Bischof von Fondi Antonio Carrara da Sora und begleitete ihn bis nach Fondi, wo er die Nacht im Konvent als Verehrer des Heiligen Dominikus verbrachte. Er hielt auch auf dem Rückweg hier an, wie noch ein weiteres Mal, als er am 1. April 1729 er erneut über Fondi reisen musste, um ein zweites Mal nach Benevent zu gelangen. Im Konvent sind noch immer die drei Zimmer erhalten, in denen sich der Heilige Thomas von Aquin aufhielt: In einem Zimmer diktierte er die Lektionen, in einem anderen schlief er und beging die heilige Messe und das dritte war das Oratorium, wo nach dem Tod des Religiösen sein Körper ruhte. Im Garten des Konvents existierte bis 1835 ein Orangenbaum mit nach oben zeigendenWurzeln. Die Überlieferung erzählt, dass dieser Baum vom Heiligen Thomas gepflanzt wurde und stets reich an Früchten war. Dann trocknete er aus und wurde von den Gläubigen unter dem Altar gemeinsam mit den Überresten des Heiligen aufbewahrt. Der berühmte Professor und Direktor der Agrarschule aus Portici, Orazio Comes (1848-1917), begutachtete bei einem Aufenthalt in der Stadt die Reste des Baumes ganz genau und nach einer Reihe von Überlegungen bestätigte er die Legende der Staude mit den nach oben zeigenden Wurzeln, in dem er versuchte wissenschaftliche Erklärungen zu geben. Im dem gleichen Garten gibt es noch heute einen kleinen Brunnen, aus dem der heilige Doktor Wasser schöpfte und von dem man sagt, dass er extra für seine Bedürfnisse geschaffen wurde. Am 7. März 1274 verstarb der Heilige in Fossanova. Sein Körper wurde nach einigen Schwierigkeiten auf Erlass von Papst Urban V. 1367 nach Toulouse in Frankreich, in die Kirche der Dominikaner gebracht. Damit wurde die schwerwiegenden Streitigkeiten zwischen den Mönchen aus Fossanova und den Dominikanern aus Fondi beiseitegelegt. Der Klosterkomplex wird seit einigen Jahren in einem groß angelegten Projekt renoviert. In diesem Zusammenhang wurde in seinem Inneren eine Kirche entdeckt: Die Kirche Santa Maria Antiqua. Seit 2007 ist sie dem Heiligen Thomas geweiht und nach fast acht Jahrhunderten werden hier wieder Gottesdienste gefeiert. In ihrem Innenraum sind einige mittelalterliche Fresken zu sehen. Im Rahmen des Restaurationsprojektes sollen hier multimediale Räume, sowie Flächen für Ausstellungen und kulturelle oder didaktische Aktivitäten entstehen.


17. KIRCHE SAN PIETRO


Diese dreischiffige monumentale Kirche im gotischen Stil kann sich eines sehr alten Ursprungs rühmen, der auf die Zeit der Apostel zurückgeht. Die Überlieferung will, dass hier ein antiker Tempel des Jupiter oder jedoch eine kleine Kapelle standen, die die ersten Christen, die noch von den Worten der Apostel Peter und Paul konvertiert worden waren, errichtet hatten. Nachdem die Zahl der Christen gestiegen war, wurde sie von dem Heiligen Paolino da Nola zu einer Kathedrale ausgebaut, die der Heiligen Jungfrau Mutter Gottes geweiht wurde. Es war schließlich der Graf von Fondi, Leone Caetani, Urenkel des Papstes Gelasius II., Senator von Rom, der getrieben von seinem Erbarmen und seiner Großzügigkeit die neue Kirche stiftete, die dann San Pietro getauft wurde. Die Inschrift auf der linken Seite der Kirche besagt, dass sie am 12. Dezember 1638 durch den Bischof Maurizio Rogano geweiht wurde. Die Fassade der Kirche im Stil der Renaissance ist aus gemeißeltem Travertin und hat ein spitzbogiges Portal. Es besteht aus zwei auf Löwen ruhenden Säulen, die einen Architrav tragen. Darüber befindet sich eine Fensterrose im normannischen Stil. Das Mosaik der Lünette zeigt den Moment des Evangeliums der Schlüsselübergabe von Christus an Petrus. In der Mitte des Architravs befindet sich ein weiteres Mosaik, dass Jesus im Garten von Getsemani darstellt. Beide Mosaike wurden von Domenico Purificato erschaffen. Auf dem Bogen des Eingangsportals, genau über dem Gesims, das die hervortretende Fassade horizontal unterteilt, steht in einer Ädikula die Statue des Heiligen Petrus: In päpstliche Gewänder gekleidet und mit der Tiara auf dem Haupt segnet er die Stadt. Die Statue wurde von Arnolfo di Cambio (1240-1319) erschaffen. Beim Betreten der Kirche findet man auf der rechten Seite eine Inschrift über das glückverheißende Ereignis der Durchreise durch Fondivon Papst Pius IX. in Begleitung von König Ferdinando II. als er aus Gaeta nach Rom zurückkehrte. Zwischen der Apsis und einer Reihe von Seitenkapellen in cornuepistolae erhebt sich der Kampanile. Er stammt aus dem 8. Jahrhundert und besteht aus einem Zusammentreffen von romanischen einbogigen Fenstern in der Mitte, von spitzbogigen Zwillingsfenstern und von dreibogigen Fenstern auf derselben Höhe und stellt sich als hybrides architektonisches Werk dar. Im Kapitelsaal wird noch heute der Marmorthron, besser bekannt als der „Stuhl des Gegenpapstes“ Clemens VII., ausgestellt. Der Schweizer mit dem bürgerlichen Namen Robert von Genf wurde von dreizehn französischen und italienischen Kardinälen unter der Protektion von Onorato I. Caetani am 20. September 1378 in Fondi gewählt und so dem Papst Urban VI. gegenübergestellt. Auf diesem Thron empfing also Clemens VII. die Tiara aus den Händen des Grafen von Fondi und führte mit diesem Akt das Abendländische Schisma herbei. In der Kirche befinden sich unter anderem zwei wunderschöne Gemälde: Die Verkündigung von Cristofero Scacco (1499) und das Triptychon der Maestà mit den Heiligen Petrus und Paulus von Antoniazzo Romano (1479). Am Ende des Mittelschiffs erhebt sich ein Holzkreuz im byzantinischen Stil, auf das Christus gemalt ist.


18. EBENFALLS SEHENSWERT… - SEE FONDI UND ANDERE


Fondi ist reich an architektonischen und künstlerischen Schmuckstücken, die es alle Wert sind, besucht zu werden. Neben den Bauwerken, die im Rahmen der Routen genannt wurden und die sich fast alle im castrum befinden, gibt es weitere wirklich interessante, die außerhalb der Stadtmauern liegen. Dazu gehören z.B. die vor Kurzem restaurierte Kirche der Madonna del Soccorso, die ehemalige Kirche San GiovanniGerosolimitano und die Kirche Santa Maria Romana (9. Jahrhundert) in der forestademaniale di S.Arcangelo (in der Lokalität Querce) mit angrenzendem botanischen Garten. Wenn man sich ein wenig von Stadtkern entfernt, kann man auch ein Stück der antiken römischen Straße Via Appia, die Abtei San Magno und das Sanktuarium der Madonna della Rocca besichtigen. Die Stadt glänzt nicht nur aufgrund seiner antiken Ausgrabungen und Zeugnisse, sondern hat auch landschaftlich eine Menge zu bieten. Es gibt u.a. einen See – den größten Lagunensee des Latiums – mit seiner charakteristischen Form eines Halbmondes, der mit dem Meer durch zwei Kanäle verbunden ist: Der Kanal der S. Anastasia und der Canneto. In der Antike war der See von Fondi unter dem Namen Amyclanus (es war der Name einer antiken Stadt, die in seiner Nähe bestanden hatte) bekannt. Er hat einen Durchmesser von über 25 Km, eine Oberfläche von ca. 4,5 km² und eine Tiefe von 9 m. Ihn umrahmen ca. 13m Küste mit feinem goldenen Sandstrand.


19. ABTEI SAN MAGNO


Zu Füßen des Monte Arcano, in unmittelbarer Nähe der Quelle, die den Fluss Licola nährt, befindet sich die Abtei des San Magno, die mit ihrem strengen und majestätischen Profil den Campo Demetrianobeherrscht. Hier wollte um 522 n. Chr. der Heilige Onorato gemeinsam mit weiteren 2597 Christen, zum Gedächtnis an das Martyrium des Heiligen Magnus aufrecht zu erhalten, ein Kloster gründen. Der Klosterkomplex umschloss die Kirche, ein curtis (Landwirtschaftlicher Betrieb) zur wirtschaftlichen Erhaltung, ein Kreuzgang, den Schlaf- und den Speisesaal der Mönche. Das Kloster San Magno wurde bis 1072 von den Äbten ohne irgendeine Abhängigkeit geleitet. Dann wurde es jedoch von Gerado, dem Konsul von Fondi, an die Abtei Montecassino verschenkt. Im 15. Jahrhundert wurde es dann durch Prospero Colonna wiederaufgebaut. Laut der Überlieferung soll der Körper des Heiligen Magnus, dem zu Ehren das Kloster und die Kirche erbaut worden waren, hier bis ungefähr zum Jahr 847 in der Krypta aufbewahrt worden sein. Der Demagoge Platon entriss die Überreste, um sie in seine Stadt Veroli zubringen und dort in der Kirche S. Andrea aufzubewahren.Dort blieben sie dreißig Jahre bis 877 als die Sarazenen in die Stadt eindrangen und den Körper des Heiligen an die Stadt Anagniverkauften. Die Abtei hat über die Jahrhunderte hinweg eine wichtige Rolle gespielt, nicht nur im religiösen Sinne, sondern auch in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht. Sie musste wiederholte Male Plünderung und Zerstörung durch die Barbaren über sich ergehen lassen. Die Franzosen zerstörten 1798 einige Räumlichkeiten, nachdem sie die Abtei geplünderten hatten und überließensie dann in den Händen der„Schakale“. Da das Kloster eine lange Zeit leer stand und verlassen war, geriet es in einen vollkommen heruntergekommenen Zustand, zum Teil aufgrund von Witterungseinflüssen, zum Teil weil es nicht richtig genutzt wurde. Seit einigen Jahren ist die Abtei Gegenstand von groß angelegten Renovierungsarbeiten und kann nun in all seiner Schönheit besucht werden. Im Hochmittelalter wurde auf der Spitze der Terrasierung, auf der das Kloster sich stützt (in römischer Zeit aus opusincertum), eine Nekropole gesetzt. Die Begräbnisstätte besteht aus fünfzehn Gruben, die zum Teil noch zu sehen sind, dank des Glasfußbodens der darüber befindlichen Kirche. Im Folgenden wurde auf der Grundplatte eine christliche Kirche gebaut:Ssie hatte ein lateinisches Kreuz und einer unter dem Presbyterium befindlichen Krypta. Der Zugang zu dieser war durch eine Treppe gewährleistet, die dann in einen späteren mittelalterlichen Bau integriert wurde. Die Krypta ist um einen Schacht gebaut, in dem sehr wahrscheinlich Reliquien aufbewahrt wurden. Die Apsis und das Querhaus sind durch Fresken aus dem 12. Jahrhundert dekoriert und stellen das Leben des Heiligen Benedikt dar. Unter diesen Fresken wurden frühere Fresken aus dem 11. Jahrhundert gefunden, die übermalt worden waren. Die letzten Zeugen des Lebens des Klosterkomplexes sind noch erhalten geblieben und heute zu besichtigen: Die Mühle, die nach Jahrhunderten noch immer in Funktion ist, und die Becken zur Bearbeitung von Öl. Auch über das Kloster San Magno gibt es eine „Legende“. Die gesamte Struktur wird von einem riesigen Felsblock überragt, der so aussieht als wäre er kurz davor hinunter zu stürzen, auch wenn er das seit dem 6. Jahrhundert nicht getan hat. Als dieser Felsen sich vom Gipfel des Berges gelöst hatte, soll der Heilige Onorato seine Hand schützend gegen den rollenden Felsblock gelegt haben, umso das Kloster zu retten.


20. KIRCHE DES SAN GIOVANNI GEROSOLIMITANO


Nimmt man die Via Appia in Richtung Rom, kommt man, kurz nach der Abzweigung nach Lenola, zu der Kirche San Giovanni Gerosolimitano. Die kleine Kirche taucht in einem historischen Dokument aus dem 13. Jahrhundert auf, das die Existenz eines kleinen Tempels in der Gegend bezeugt. Ein Friedenstraktat von 1400 stellt fest, dass die Kirche zu diesem Zeitpunkt im Besitz der Caetani war. 1599 befand sie sich noch immer in gutem Zustand und gehörte dem religiös-ritterlichen Hospitalorden vom Heiligen Johannes zu Jerusalem, der sich im Folgenden Malteserorden nannte. Die Kirche hat einen rechteckigen Grundriss von ca. 31 x 10 m und ein einziges Schiff, das vom Presbyterium durch einen Bogen getrennt ist. Der Haupteingang befindet sich auf der Seite der Via Appia. Das Bauwerk besaßein kleines Weihwasserbecken, zwei Glocken und eine Kanzel im Stil der Kosmaten aus dem Jahr 1286, die sich heute in der Kirche San Pietro befindet. Zur Kirche gehörten zudem Ländereien, Weinberge und Wohnungen, die heute verpachtet sind. Die Kirche wurde vor ein Begräbnisgebäude aus großen rechteckigen und vorstehenden Felsblöcken aus der römischen Antike gebaut. Es stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und wird dem Bauherrn GavioNauta aus Fondi zugeschrieben.


21. KIRCHE MADONNA DEL SOCCORSO


Es ist unklar in welchem Jahr die Kirche Madonna del Soccorso gegründet wurde. Sie bestand schon am Ende des 14. Jahrhunderts, die architektonischen Bauelemente lassen eine genaue Datierung jedoch nicht zu. Zum ersten Mal findet sie Erwähnung im Jahr 1599 als der Bischof von Fondi, Giovanni Battista Comparini, sie besuchte. Es scheint als wäre die Kirche zu jener Zeit im Besitz der Stadt Fondi gewesen. Aus dem Bericht über den bischöflichen Besuch ist desweiteren zu entnehmen, dass die Kirche einst von Sümpfen umgeben war. Im Jahr 1610 war die Kirche dann Eigentum der Gerolomini-Mönche, die jedoch nicht lange bleiben konnten, da die Nähe der Sümpfe gesundheitliche Probleme verursachte. Die Kirche hat eine ländlich-romanische Erscheinungsform. Die Fassade hat zwei spitze Arkadenbögen, die in der Mitte von einer Säule gestützt werden. Der Eingang befindet sich im rechten Arkadenbogen. Das Dacht ist abfallend. Über ihm erhebt sich ein kleiner Kirchturm. Auf der Rückseite gibt es einen zweiten Eingang mit einem weiteren spitzen Arkadenbogen. Der innere Kirchenraum ist einschiffig mit rundbogigen Arkaden. Die Fresken in der Sakristei stammen aus dem 17. Jahrhundert und wurden von dem Bischof Comparini in Auftrag gegeben. Am Anfang des 17. Jahrhundert befanden sich in der Kirche noch Gegenstände, die heute verschwunden sind: Zwei Altare, ein Weihwasserbecken, Weihgaben, Kelche aus Gold und Seidentücher. Zudem gab es zwei Bildnisse der Madonna mit Kind, eines in Marmor und eines in Alabaster, die beiden Domenico Gagini zugeschrieben werden. Das zweite der beiden (datierbar auf 1458) wird heute im Städtischen Museum aufbewahrt. Vor kurzem ist eine der beiden Kirchenglocken wieder aufgetaucht. Sie trägt eine Inschrift, die sie mit Onorato II. Caetani in Verbindung setzt. Auch sie ist nun im städtischen Museum zu sehen.


22. APPIA ANTICA


Die wichtigste Straße Fondis war in der römischen Antike natürlich die Via Appia, die erst Rom mit Capua verband und später bis nach Brindisi erweitert wurde. Diese Straße durchquerte also das gesamte Gebiet Fondis. Der Abschnitt, der zwischen Fondi und Formia über die Aurunker Berge verläuft, ist nur teilweise von der modernen Straße überlagert worden, so dass hier wunderbare Zeugnisse seiner antiken Geschichte erhalten geblieben sind. Hier kann man Tempel, Villen, Mausoleen, Brücken, Felsschnitte, grandiose polygonale Terrasierungen, großartiges Pflaster aus Basalt, Brunnen und bourbonische Meilensteine finden. Auf dem Anstieg von Fondi aus liegt gleich ein Apollon gewidmetes Sanktuarium, dass sich auf kolossalen Terrasierungen befindet und aus der letzten Zeit der römischen Republik stammt. Heute gehören die letzten 3km der seit Ende des 19. Jahrhunderts für den Verkehr geschlossenen Straße zum Parco Regionale dei Monti Aurunci zwischen den Gemeinden Fondi und Itri. Die römische Straße ist in langen Abschnitten immer noch im Basaltpflaster erhalten, das zuletzt von Kaiser Caracalla 216 n. Chr. erneuert wurde. Es befinden sich zudem polygonale Terrasierungen auf der senkrecht zum Tal stehenden Wand. Hier kann man die verschiedenen aufeinanderfolgenden Eingriffe nachvollziehen, die versucht haben, sie zu stützen. Nach der Antike sind die wichtigsten Eingriffe Perafán de Ribera, Vizekönig von Neapel unter der Herrschaft Philipp I. von Spanien, zu verdanken. 1568 ließ er das Pflaster erneuern und Brücken bauen. Besonders erwähnenswert ist hier jene über der Schlucht S. Andrea, die nach der Beschädigung im Zweiten Weltkrieg nun wiederaufgebaut wurde. Ferdinando IV. di Borbone erneuerte die Straße 1767-1768 komplett, in dem er sie beschotterte und seitliche Gehwege schaffte, um das Ablaufen des Regenwassers so zu gewährleisten. Er erneuerte auch die Brücken und die Geländer, die noch heute auf der gesamten Strecke zu sehen sind. Großartig sind die Ruinen des Sanktuariums des Apollon auf halber Strecke, von dem kolossale polygonale Terrasierungen aus opusincertum erhalten sind, die sich über 205m am Rande des Grabens entlang strecken und zwischen dem 4. Und 1. Jahrhundert v. Chr. erbaut wurden. Der von Caracalla erneuerte Tempel bestand noch im 6. Jahrhundert als in seinem Inneren die Kapelle S. Andrea Apostolo errichtet wurde. Diese gab dem Tal und einer Festung, die zur Zeit Napoleons errichtet wurde, ihren Namen. In der Gegend gibt es auch noch einen antiken Rastplatz aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und eine Zisterne aus opusincertum. Ein Abschnitt der Via AppiaAnticaliegt auf dem südlichen Weg der Via Francigena, die seit dem Mittelalter von Pilgern begangen wurde, die in Richtung des Heiligen Lands oder aus dem Süden Italiens in Richtung Rom unterwegswaren.


23. TEMPEL DER ISIS


Einen Kilometer von Fondi entfernt, die Via Appia in Richtung Itri entlanggehend, stößt man auf der linken Seite auf eine rechteckige römische Mauer. Dort führt eine Fahrbahn zum Gipfel des Monte Vago (auch „Tirozzo“ genannt) hinauf. Auf dem Hügelkamm liegen die Reste eines der prächtigsten Bauwerke der römischen Architektur in dieser Gegend. Auf dem Hügel befand sich, so wird gesagt, umgeben von einer großartigen Mauer aus riesigen rechteckigen Kalksteinblöcken mit ungeschliffenen Bossen, der Tempel der Isis, ägyptische Göttin der Fruchtbarkeit. Mitten in diesem weitläufigen Viereck bemerkt man vielzählige Grotten an verschiedenen Arkaden, die vielleicht von den Priestern genutzt wurden, um hier das im Tempel gebrauchte Wasser zu lagern. Auf den Ruinen des Tempels wurde ein Frauenkloster gebaut, das von den Piraten des Barbarossa 1534 zerstört wurde, nachdem die Entführung der schönen Gräfin Giulia Gonzaga nicht gelungen war. In dem Konvent sollen um die zwanzig Benediktinerinnen den Tod gefunden haben, während das Gebäude in Flammen aufging. Dem Ort blieb der Name Casa delle Monache (Haus der Nonnen) erhalten. Am Anfang des 20. Jahrhunderts erstand Dr. BrutoAmante den Ort und ließ hier eine Villa erbauen, die er Monte Vago nannte. Während den Ausgrabungen der Grundmauern wurden viele Knochen gefunden, die Amante den 1534 umgebrachten Nonnen zuschrieb.


24. PARTNERSCHAFT FONDI - DACHAU


Im Rahmen der Treffen, die seit 1997 zwischen der Stadt Fondi und der Stadt Dachau stattfinden, hat sich ein freundlicher und vielversprechender Kontakt aufgebaut, der auf einer gegenseitigen Sympathie aufbaut. Es besteht der beidseitige Wunsch, sich noch besser kennenzulernen und einer weiteren Zusammenarbeit aufzubauen. Aufgrund des Willens diesen Kontakt zu erweitern und eine langanhaltende, intensive und nutzbringende Beziehung zwischen den beiden Gemeinden zu schaffen, haben die beiden Städte im August 1998 einen Partnerschaftsvertrag geschlossen, der von dem Bürgermeister Fondis, Onoratino Orticello, und dem Bürgermeister der bayrischen Stadt, Kurt Piller, unterzeichnet wurde. Die Verbundenheit von Bayern und Fondi geht auf die dreißiger Jahre zurück, als viele Händler aus Fondi erste wirtschaftliche Beziehungen zu der deutschen Region aufgenommen hatten. Nach Schluss des Partnerschaftsvertrages hat sich die Beziehung zwischen Fondi und Dachau intensiviert und bietet des Öfteren Gelegenheiten und Möglichkeiten des Kontakts. Dabei finden gegenseitige Besuche statt. Delegationen junger oder älterer Menschen kommen zusammen, es gibt gemeinsame Aktivitäten. Das freundschaftliche Verhältnis und die Zusammenarbeit stärken das Wissen über Geschichte, Kultur und Traditionen der Stadtbewohner.